Info für Monat November 2018


Biedermeier-Schlehensaft

Schlehen - so gesund sind sie

 

Heutzutage sind Schlehen vielen Menschen gar nicht mehr bekannt – leider völlig zu unrecht, denn die blauen Steinfrüchte sind prall gefüllt mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Darunter vor allem die Vitamine B1 und C, die zum Beispiel eine bedeutende Rolle im Fett- sowie Zuckerstoffwechsel spielen, als freie Radikalfänger dienen und für ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig sind.

Schlehen enthalten außerdem Flavonoide, Bitter- und Gerbstoffe sowie Ballaststoffe. Diese Kombination führt dazu, dass der Saft der pflaumenähnlichen Früchte in der Naturheilkunde bereits seit Jahrzehnten gegen Harnwegsinfektionen und Verdauungsstörungen eingesetzt wird. Schlehen werden außerdem nachgesagt, dass sie munter machen, nach Krankheit kräftigend wirken und den Appetit anregen.

Schlehen waren schon in der Steinzeit ein beliebtes Nahrungsmittel. Man wußte schon damals von der guten Wirkung dieser Steinfrucht.

 

Gerade in der Biedermeierzeit kam das haltbar machen der Lebensmittel auf.

Um über den Winter zu kommen, half die ganze Familie mit, die Früchte zu sammeln und einzumachen oder zu trocknen. Man hatte nur damals noch nicht diese Einmachgläser wie wir sie heute im Handel finden.

 

Damit auch sie gesund die kalte Jahreszeit gut überstehen, möchte ich heute einen Schlehensaft vorstellen, der sehr gut schmeckt und sehr viel Vitamin B und C in sich hat. Er ist nicht besonders arbeitsintensiv, aber die Herstellung zieht sich einige Tage hin.

Das Endergebnis ist dafür aber umso besser. Ihr braucht dafür wirklich reife Schlehen. Sie sollen schon einmal Frost abbekommen haben, denn einfrieren hilft nicht. Die Schlehenpflanze zieht bei Frost die Bitterstoffe aus den Blättern und Beeren zurück und die Schlehen werden dadurch bekömmlicher.

 

Schlehensaft

Zutaten:

2 kg Schlehen

ca 3 ltr Wasser

250 g Zucker

Arbeitszeit ca 1 Stunde

Zubereitungszeit ca 6 Tage

 

Zubereitung:

Nach dem Sammeln werden die Schlehen gewaschen, (oben schwimmende Schlehen sind meistens innen faul und müssen entfernt werden) von allen Blättern und Stängelresten befreit und in einen entsprechend großen Topf gegeben. Wasser erhitzen und über die Schlehen gießen, so dass diese gut bedeckt sind. Nach 24 Stunden stehen gießt man das nun schon etwas rote Wasser ab, fängt es auf und erhitzt es erneut. Dieses wieder über die Schlehen gießen und 24 Stunden stehen lassen. Dieser Vorgang sollte insgesamt vier bis sechs Mal wiederholt werden. Das Wasser wird jedes Mal intensiver rot und die Früchte platzen auf. Nach dem letzten Abkühlvorgang seihe ich das ganze ab, schütte die ausgelaugten Schlehen auf den Komposthaufen und erhitze die rubinrote Flüssigkeit noch einmal. Dann gebe ich den Zucker in die heiße Flüssigkeit und lasse alles 3 Minuten aufkochen. Das Ganze wird nun heiß über ein feines Sieb in die voher mit heißen Wasser ausgewaschenen Flaschen gefüllt und sofort verschlossen.

 

Kleiner Tipp: probieren sie einmal den Saft wenn er noch heiß ist.

 

Jetzt haben sie einen ganzen Topf voll Schlehen die sie aber nicht wegwerfen müssen, sondern nochmals sinnvoll

für Marmelade nutzen können. Probieren sie einfach nochmal das nachfolgende Rezept, und sie werden begeistert sein.

 

Schlehen-Apfel-Marmelade

  • 1000 g Schlehen

  • 500 g geriebene Äpfel oder Apfelmuß

  • 1 kg Gelierzucker

 

Geben Sie die Schlehen zusammen mit ein wenig Wasser in einen Topf und kochen Sie sie gar. Die weichen Früchte drücken Sie anschließend durch ein Sieb, dann vermengen Sie das Schlehenpüree mit den geriebenen Äpfeln oder dem Apfelmus. Geben Sie das Fruchtpüree zusammen mit dem Gelierzucker in einen Topf, verrühren Sie die Masse und lassen Sie sie genau vier Minuten sprudelnd kochen.

 

Nach dem Kochen: So füllen Sie die Marmelade ab

 

Während die Schlehenmarmelade kocht, bereiten Sie die Schraubgläser vor: Spülen Sie sie gründlich mit heißem Wasser aus und lassen Sie sie anschließend auf einem sauberen Geschirrtuch abtropfen. Gießen Sie dann die noch heiße Schlehenmarmelade hinein, verschließen Sie die Gläser sofort und stellen Sie sie dann einige Minuten auf den Kopf. Fertig ist das Rezept – lassen Sie sich Ihre selbst gemachte Schlehenmarmelade schmecken!

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt Kirchenlamnitz bringt jedes Jahr eine neue Ausgabe der Broschüre:

"Die Krebsbacker " heraus.

Auf der neuesten Ausgabe ist Renate und Johann vor dem Teich in Kirchenlamitz zu sehen. Dieses Bild entstand im Rahmen eines Teichfestes im Jahre 2012.